Fotos

December 6, 2006 at 1:25 am (Uncategorized)

Gastzugang zu meinen Fotos auf GMX bis zum 3.1.2007:

http://service.gmx.net/mc/Y3yjlDnbfa8g0O71K7DVOc6YubChT8
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Es lebe die Digitalkamera

November 1, 2006 at 2:29 am (Uncategorized)

Die neusten Fotos findet ihr unter:

http://service.gmx.net/mc/RIxLnlo27wylI0aFpLG7K0VFkRGLoy

Die meisten Bilder stammen von der Konferenz über Klimawandel und Gletscherschmelze, die letzte Woche stattfand. Besonders interessant waren die Exkursionen zu den Vulkanen Cotopaxi und Artesana. Dem deutschen Kameramann, der einen Film über die Konferenz gedreht hat, durfte ich tatkräftig bei Interviews unterstützen. Auch mit der Übersetzung ins Deutsche hat er mich beauftragt. Alles in allem also eine recht spannende Sache 🙂



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Ecuador… und andere Katastrophen

October 30, 2006 at 10:02 pm (Uncategorized)

Ein Monat in diesem Land reicht schon aus, um sämtliche Punkte auf der Liste “Erfahrungen, von denen ich lieber verschont bleiben möchte” abzuarbeiten. Da wären zunächst mal die Zeitungsmeldungen in der ersten Woche über die hohe Belastung des Trinkwassers mit Arsen. Spätestens wenn man aus heiterem Himmel plötzlich Haarausfall bekommt fängt man doch an, sich Gedanken um seine Gesundheit zu machen. Mit einer strikten Kein-Leitungswasser-fürs-Kochen-verwenden-Diät lassen sich die Folgen der unerwünschten Wasserzusätze aber unter Kontrolle bringen.

Die nächste Überraschung kam eines Samstagmorgens beim Frühstücken. Nichtsahnend saß ich vor dem Fernseher als plötzlich das Haus zu wackeln begann. Nicht einmal die donnernden Militärflugzeuge konnten bei ihren Probeeinsätzen solch eine Erschütterung erzeugen, obwohl auch diese durchaus furchteinflößend sein können. Hundegebell ist zu hören, und die Alarmanlagen mehrerer Autos schrillen. Kurz darauf eine zweite Erschütterung, und mir ist klar: ein Erdbeben. Vielleicht war ein Vulkan ausgebrochen? Der Tungurahua spuckt ja nun schon seit Wochen Asche in die Luft, und so weit von Quito ist er auch nicht entfernt. Ich überlegte, ob ich nicht besser das Haus auf schnellstem Wege verlassen sollte, denn einen besonders stabilen Eindruck machte es sicher nicht. Ich schaute mich um, nichts rührte sich in der Nachbarschaft. Die Hunde hatten sich bald beruhigt, innerhalb weniger Minuten schien alles wieder beim Alten. Ich schaltete den Fernseher ein, doch nicht eine einzige Notitz kam in den Nachrichten. Später erklärte mir man dann, dass Quito auf 8 aufgeschütteten Gruben erbaut worden ist und sich die Stadt außerdem in der Nähe der Schnittstelle zweier Kontinentalplatten befindet, sodass Erdbeben ganz normal seien. Ich werde das Gefühl nicht los, dass sich mein Empfinden von “Normalität” von dem der Ecuadorianer grundlegend unterscheidet…

Das nächste Schreckenserlebnis folgte ein Wochenende darauf. Von meiner Freundin Catharina ließ ich mich breitschlagen, zusammen mit ihren ecuadorianischen Bekannten in den Norden des Landes zu fahren. Auf der Fahrt bemerkte ich, dass Fernando, der Fahrer, nicht in Kurven überholte und auch sonst mit angepasster Geschwindigkeit unterwegs war – überraschend für einen Ecuadorianer. Catharina drehte sich zu mir um und meinte, er hätte auch erst 8 Monate Fahrerfahrung. Fassungslos sah ich sie an: Wie bitte? Nur 8 Monate? – Hätte ich das eher gewusst, hätte ich mir es aber zweimal überlegt, ob ich so eine lange Tour mitmache…

Nach dem Mittagessen machten wir uns auf den Weg zu einem Nationalpark. Die Straße wurde mit jedem Kilometer holpriger, doch mit dem Jeep war das ja kein Problem. Sollte man meinen. Die nächste Kurve hat Fernando vermutlich falsch eingeschätzt, da er deutlich zu schnell fuhr. Das Auto brach aus, durch das hektische Gegenlenken geriet es ins Schleudern und stürzte links in einen Graben. Es war nach links umgekippt und wurde von den Büschen am weiteren Abrutschen gehindert. Langsam nahm ich die Arme von meinem Kopf runter. Erst als Catharina schrie “Ich muss hier raus” und ich Fernandos eingeklemmten Arm sah, begriff ich den Ernst der Lage. Da ich vorne rechts saß, konnte ich zuerst aus dem Wagen klettern und den anderen helfen. Catharina kam zuerst, ihr schien es einigermaßen gut zu gehen, nur stand sie unter Schock und lief auf der Straße hin und her. Die beiden ecuadorianischen Mädels zerrte ich mit Mühe heraus und mittlerweile konnte auch Fernando seinen Arm befreien. Nach einigen Minuten hatten wir es geschafft. Die Mädels lagen auf der Straße, die eine klagte über starke Brustschmerzen und konnte kaum atmen. Zeitweise dachte ich, sie würde es nicht schaffen. Fernando lief auf und ab und beteuerte zum zwanzigsten Mal, wie leid ihm alles tat. Sein Arm war völlig verdreht, sein T-Shirt blutdurchtränkt. Mir wurde nicht mal schlecht. Ich war die einzigste, die ein Handy dabei hatte, und so rief ich alle möglichen Nummern an, die mir zugerufen wurden. Freunde wurden alamiert, uns abzuholen. Als ich im nächsten Krankenhaus anrief, bedauerte man, dass man uns leider nicht helfen könne weil nicht genügend Personal da sei. Es wäre ja schließlich Wochenende. Ich verfluchte die medizinische Versorgung in Entwicklungsländern.

Da standen wir nun allein auf der Straße, keine Häuser in der Nähe, kein Verkehr, keine Menschenseele. Also lief ich los, die Straße zurück, wo wir hergekommen waren. Ich rannte bis ich auf einen Bauern am Wegesrand traf, bei rannten wir zu seinem Motorrad und fuhren Richtung Stadt. Ich betete, dass die Räder nicht auf den Steinen wegrutschen und dass uns kein Auto in einer Kurve entgegenkommen möge. Unterwegs kam uns ein Freund mit dem Auto entgegen, mit ihm fuhr ich an die Unfallstelle.

Während die drei verletzten ins Auto gebracht wurden, kletterte ich noch einmal in den Jeep, um die Wertsachen zu retten. Catharina hielt die Tür auf, da der Wagen ja schief lag. Anscheinend war sie aber so nervös, dass ihr die Tür aus der Hand rutschte und sie mir auf den Kopf knallte. Nicht schon wieder. Dieser Schmerz. Nur gut, dass das Auto nicht weiter abgerutscht war. Catharina hatte wahrscheinlich einen noch größeren Schrecken bekommen, sie hörte gar nicht mehr auf zu weinen.

Der zu Hilfe geeilte Freund fuhr die drei Verletzten ins Krankenhaus, während Catharina und ich langsam die Straße zurückliefen und auf ein weiteres Auto warteten, dass uns abholen sollte. Erst jetzt begriffen wir, wie viel Glück wir gehabt hatten. Wir beide saßen auf der rechten Seite, ich hatte Gott sei Dank einen Gurt um. Nicht auszudenken, wenn es mich auf die linke Seite geworfen hätte, dann wäre mit mir das Gleiche passiert wie mit Fernandos Arm. Auch wenn das Auto rechts gegen die Steinwand geprallt wäre, wären wir nicht so einfach davon gekommen.

Am selben Abend fuhren Catharina und ich zurück nach Quito. Wir wollten keinen Tag länger dort bleiben. Die anderen drei wurden ins Krankenhaus nach Ibarra verlegt, da man im Provinzkrankenhaus im Norden ihnen nicht helfen konnte. Fernando wurde drei Stunden lang operiert, und wäre sein Arm länger zwischen Tür und Gebüsch abgedrückt gewesen, hätte er ihn verloren.

Den beiden Mädels geht es in der Zwischenzeit wieder gut, und Fernando wird wohl in einem halben Jahr wieder normal seinen Arm bewegen können. Wir wollten uns bald mal treffen, um noch mal über alles in Ruhe zu reden. Der Schrecken sitzt jedenfalls noch tief.

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Never Again! – Nie Wieder!

September 6, 2006 at 4:04 pm (Uncategorized)

Bangalore, 3 September 2006, 2 am: “Flight Air India 621 from Bangalore to Bombay will be delayed for one and a half hours.” Great, I thought, that means waiting at least until 5.15 am… Sleeping? No way.

Bombay, 7.30 am: Finally, we arrive. The stewardess assures me that our connecting flight to Frankfurt would be waiting for us. But then, what a surprise: “Sorry but your flight to Frankfurt has already left”, an official from Air India tells us. All hell breaks loose. People start shouting at the Air India employees, explaining that they urgently needed to go home for various reasons: job interviews, operations, marriages, medical assistance, etc.

9 am: The aircraft that has supposedly left one and a half hours ago is still at the gate. Officials from Air India are putting passengers off until later and pretend to be busy or not responsible. People try to pass the security check to board the airplane despite the heavy protests of the security officers. Eventually, I succeeded, but at the gate I was told: “Sorry, but the flight left 10 minutes ago.”

2 pm: The Air India officials, half of which were obviously trainees, managed to issue new boarding tickets for 3.45 am next morning, destination: New Delhi. What if that flight is late again and we miss the flight from Delhi to Frankfurt? “Don’t worry, M’am, of course you will catch your flight.” Considering all the previous false excuses and misinformation, that sentence couldn’t really soothe my mind. It was clear that Air India officials in Bombay just wanted to get rid of the crowd of outraged passengers and thus shifted us (together with the responsibility) to Delhi. But there was nothing one could do so we left for a hotel, leaving our passports at the airport.

4 September, 4 am: The aircraft to Delhi takes off. I hardly slept in the hotel, so I try to find some rest during the flight.

New Delhi, 7.30 am: We arrived on time, but flight 137 to Frankfurt was late. Strangely enough, that had already been announced by Air India the day before. They knew exactly that the flight wouldn’t leave until 10 am. So we were waiting again.

11 am: “Ladies and gentlemen, we are sorry to inform you that there are still some spare parts missing for the aircraft. We hope it will be repaired by 2.30 pm.” Unbelievable! People protested massively, demonstrating around the Air India counter, shouting “Air India is a thief”… Passengers that had been waiting at the Delhi airport for three days joined our protests; they were at the verge of becoming violent. More and more security officers with large machine guns were positioned around the heap of passengers, thus aggravating the tensions. “It’s not our fault – it’s the people that repair the airplane who don’t take their job seriously. I’m afraid we can’t do anything”, was the official Air India statement. Worse, they wouldn’t let passengers outside the transit area in order to ask other airlines for free seats. Nobody was allowed to cancel the flight with Air India, even leaving the transit area to exchange money or use an ATM was prohibited. It felt like being in a prison. One of the passengers who urgently needed insulin was not permitted to go to a medical store. Only when she almost collapsed Air India employees sought medical help for her. The situation seemed to get out of control, and there was still not a single person who could clarify what would happen next. Options that were discussed included sending us back to Bombay, inquiring with other airlines if free seats were available (hardly likely) and getting us on a virgin flight to Frankfurt. It was complete chaos. We were waiting for hours, not knowing what would happen and when there would be a possibility to leave India. People started to call their embassies, but they didn’t feel able to help us either. The action of last resort was phoning the media to attract some attention and make the mismanagement public. A camera team came but wasn’t allowed to come close to the transit area so interviews on the mobile phone were held. I spoke with one of the reporters during a live report on TV, which also showed pictures and tapes of the situation that were sent to them over internet earlier. These news spread over a number of channels and it really helped build up pressure on Air India.

6 pm: After long discussions and meetings with the highest ranks, Air India announced that a relief aircraft would be send from Bombay to Delhi so that we could leave early in the morning.

5 September 2006, 1 am: Gate number 10 opens for boarding and people applaud enthusiastically… With a delay of almost 48 hours (including waiting for the luggage to come), we arrived at Frankfurt Airport.

*sigh*

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Bangalore, 3. September 2006, 2 Uhr morgens: “Der Flug mit Air India 621 von Bangalore nach Bombay hat voraussichtlich eineinhalb Stunden Verspätung.” Großartig, dachte ich, das heißt wir müssen mindestens bis 5.15 Uhr warten… An Schlafen war kaum zu denken.

Bombay, 7.30 Uhr: Endlich, wir sind angekommen. Die Flugbegleiterin versichert mir, dass unser Anschlussflug nach Frankfurt auf uns warten würde. Doch dann, welche Überraschung: “Es tut uns leid, aber Ihr Flugzeug nach Frankfurt ist bereits abgeflogen”, wird uns von einem Air India Verantwortlichen mitgeteilt. Plötzlich ist die Hölle los. Die Leute schreien die Air India Mitarbeiter an und versuchen zu erklären, dass sie dringend nach Hause müssen, u.A. wegen Vorstellungsgesprächen, Operationen, Heiraten, medizinischer Versorgung usw.

9 Uhr: Das Flugzeug, das vor eineinhalb Stunden angeblich schon abgeflogen sein soll, befindet sich immer noch am Gate. Die Air India Mitarbeiten vertrösten die Passagiere immer wieder und geben vor entweder beschäftigt oder nicht verantwortlich zu sein. Die Leute versuchen unter dem Protest des Sicherheitspersonals durch die Kontrolle zum Gate zu gelangen. So weit ist mir das auch gelungen, doch am Flugzeug sagte man mir dann: “Das Flugzeug ist leider schon fort.”

14 Uhr: Die Air India Angestellten, von denen die Hälfte garantiert noch Lehrlinge waren, haben es endlich geschafft neue Boardingpässe auszustellen für einen Flug nach Neu Delhi um 3.45 Uhr am nächsten Morgen. Was passiert aber wenn dieser Flug wieder zu spät ist und wir abermals den Flieger nach Frankfurt verpassen? “Machen Sie sich mal keine Sorgen, M’am, selbstverständlich werden sie Ihren Flieger bekommen.” In Anbetracht all der faulen Ausreden und falschen Informationen, die wir bis dahin bekommen hatten, fand ich diese Auskunft nicht gerade beruhigend. Es war ganz eindeutig, dass die Air India Mitarbeiter in Bombay einfach nur die tobende Menge wütender Passagiere loswerden wollten und uns deshalb nach Delhi verfrachteten (zusammen mit der Verantwortung versteht sich). Doch da wir nichts dagegen tun konnten, ließen wir uns ins Hotel bringen, mussten aber unsere Pässe am Flughafen belassen.

4. September, 4 Uhr: Das Flugzeug nach Delhi hebt ab. Im Hotel hatte ich kaum ein Auge zugemacht, also versuchte ich während des Fluges etwas zu schlafen.

7.30 Uhr, Neu Delhi: Wir trafen pünktlich ein, doch der Flug 137 nach Frankfurt war verspätet. Komischerweise wurde das schon am Vortag von der Air India angekündigt. Die wussten genau, dass der Flieger nicht vor 10 Uhr morgens starten würde. Also warteten wir mal wieder.

11 Uhr: „Meine Damen und Herren, es tut uns leid Sie darüber in Kenntnis setzen zu müssen, dass uns immer noch ein paar Ersatzteile für das Flugzeug fehlen. Wir hoffen, dass die Maschine 14.30 Uhr starten kann.“ Unglaublich!  Die Leute protestieren nun massiv und finden sich zu einer Demonstration am Air India Schalter ein. Einige Passagiere, die nun schon seit drei Tagen auf dem Flughafen in Delhi warteten, schlossen sich unseren Protesten an. Die Diskussionen arteten beinahe in Handgreiflichkeiten aus und die Sicherheitsbeamten mit ihren Maschinengewehren verschärften die Spannungen nur weiter. „Es ist ja nicht unsere Schuld, sondern die der Flugzeugmechaniker, die uns nur hinhalten. Tut mir leid, aber ich kann da nix machen“, verlautete die offizielle Stellungnahme. Die Passagiere wurden nicht mal aus dem Transitbereich herausgelassen um ihre Tickets zu stornieren und bei anderen Fluggesellschaften zu buchen, geschweige denn Geld umzutauschen oder einen Geldautomaten zu benutzen. Es war wie in einem Gefängnis. Eine Frau benötigte dringend Insulin und wurde erst raus gelassen, als sie kurz vor dem Zusammenbruch stand. Die Situation schien außer Kontrolle zu geraten, und es gab immer noch keine Person, die uns klare Auskünfte geben konnte. Es wurde diskutiert, uns zurück nach Bombay zu schicken, bei anderen Fluggesellschaften nach freien Sitzplätzen zu fragen oder uns auf einen Jungfernflug nach Frankfurt zu buchen. Das Chaos war perfekt. Stundenlang warteten wir, ohne genau zu wissen wann es eine Möglichkeit gibt Indien zu verlassen. Die Leute fingen an ihre Botschaften zu kontaktieren, doch die waren auch hilflos. Die letzte Chance bestand darin, die Medien zu informieren und die Öffentlichkeit auf das Missmanagement aufmerksam zu machen. Ein Kamerateam kam, wurde aber nicht in unsere Nähe gelassen, sodass die Interviews übers Handy geführt wurden. Ich habe mit einem der Reporter während einer live Sendung im Fernsehen gesprochen, bei der auch Bilder und Videos von Mitreisenden gezeigt wurden, die den Reportern übers Internet zugesendet worden waren. Die Nachrichten wurden auch auf anderen Sendern gezeigt, was tatsächlich half Druck auf Air India auszuüben.

18 Uhr: Nach langatmigen Diskussionen und Meetings mit Verantwortlichen aus den höchsten Rängen hat Air India endlich eingewilligt, eine Ersatzmaschine von Bombay nach Delhi zu schicken, sodass wir gleich am nächsten Morgen starten konnten.

5. September, 1 Uhr nachts: Gate Nummer 10 wird zum Boarding geöffnet und die Leute applaudieren freudestrahlend. Mit fast 48 Stunden Verspätung (das Warten aufs Gepäck mit einbegriffen) erreichten wir endlich den Frankfurter Flughafen.

*seufz*

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Chased by Elephants – Gejagt von Elefanten

August 30, 2006 at 3:25 pm (Uncategorized)

After a couple of nice and sunny days in Coonoor, filled with yoga classes and research visits to small tea growers in the area, I went on to the Mudumalai National Park in the northern part of Tamil Nadu. Together with a friend of mine, I visited a small village close to the park where we were invited to stay with a family. It was a very poor village where everybody worked on the tea plantations. They pluck around 36 kg of tea leafs daily and earn merely 80 Rupees per day (1,30 Euro). But the area was beautiful, with rolling hills covered by tea plants and very close to the jungle.

In the morning we went in the forest with a group of villagers to see if we could find some elephants. And indeed we were lucky to encounter a group of 35 to 40 animals, well hidden in the dense forest. The problem is that elephants do not necessarily stay close to their group but are spread to find some food. Thus we always had to pay utmost attention to where the animals were heading to so as to prevent being encircled without a possibility to escape. Whenever one of the elephants spotted us we had to run as fast as possible because in the past a dozen of villagers had already been attacked and killed in such encounters.

Unfortunately I can’t show you the pictures because my camera and some money have been stolen from my hotel room in Hassan (Karnataka). It was a fairly remote town where hardly anyone could speak English so I had some difficulties in communicating my problem. Eventually I decided to leave the issue and go back to Bangalore. Here I am staying with friends and I can finish writing my research report at ISEC. I started to attend the PhD classes and seminars again so I’m kept busy for the next few days…

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Die letzten Tage in Coonoor verbrachte ich mit Yoga-Uebungen und Ausfluegen in die Umgebung. In der Lodge traf ich auf einen franzoesischen Studenten, der gerade eine Arbeit ueber kleine Teebauern schreibt und mich sogar mit zu einem seiner Stipvisiten auf die Doerfer nahm. Vorigen Samstag fuhr ich dann weiter in den Mudumalai Nationalpark (Tamil Nadu), wo ich zusammen mit einem Freund von einer Familie in ein kleines Dorf am Rande des Parks eingeladen wurde. Die Leute dort sind sehr arm, alle Dorfbewohner arbeiten in den Teeplantagen und verdienen gerade einmal 1,30 Euro pro Tag fuer 36 kg gesammelte Teeblaetter. Die Umgebung war allerdings wirklich schoen, mit sanft geschwungenen Bergen bedeckt von Teepstraeuchern und Waeldern.

Am naechsten Morgen gingen wir mit einer Gruppe Dorfbewohner in den Dschungel, um mit etwas Glueck ein paar Elefanten zu sehen. Und tatsaechlich trafen wir auf eine grosse Herde von 35 bis 40 Tieren. Das Problem bei Elefanten ist, dass sie sich nicht unbedingt nahe bei ihrer Gruppe aufhalten, sondern sich ueber ein gewisses Gebiet verteilen. Wenn man nicht Acht gibt kann es passieren, dass man von ihnen eingekreist wird und keine Chance mehr hat zu entkommen. Wann immer uns eines der Tiere erspaehte, sind wir gerannt was das Zeug hielt, denn in der Vergangenheit sind schon ein Duzend Dorfbewohner attackiert und umgebracht worden in solchen Begegnungen.

Leider kann ich euch nicht mal die Fotos zeigen, da mir meine Kamera und Geld aus meinem Hotelzimmer in Hassan (Karnataka) gestohlen worden sind. Die Stadt war ziemlich weit abgelegen und kaum jemand hat Englisch gesprochen, so dass es schwierig war den Leuten mein Problem mitzuteilen. Schliesslich habe ich es dann dabei belassen und bin spontan nach Bangalore zurueck gefahren. Hier bin ich nun bei Freunden untergebracht und ich kann bei ISEC meinen Bericht zu Ende schreiben. Ich habe auch wieder begonnen, an den PhD Vorlesungen und Seminaren teilzunehmen, also habe ich in den naechsten Tagen jede Menge zu tun…

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Tea Time – Teezeit

August 22, 2006 at 8:48 pm (Uncategorized)

What a beautiful landscape! If it wasn’t that cloudy one could appreciate it even more. But since I’ll stay here for a few days more, I haven’t given up hope that it’ll get a little sunnier eventually. Yesterday I visited a small village close to Ooty where one of the small tribes lives, the Toda. On my way there I met a very friendly boy who showed me around his village, thereby explaining the believes, rituals and temples of the Toda. He even took me home and showed me some hand-made woven fabrics and their traditional clothings (on one of the pictures you can see me with a shawl that is worn only on special occasions). The family offered me to try some Toda food, which mostly consits of dairy products from the sacred buffalo. It was basically (buffalo) milk rice, but apparently this is only served for guests and not part of their normal diet. Afterwards the boy took me on a little trek through the forests to a lake. There we met some people with horses and of course I seized the opportunity to do some horseback riding around the lake 🙂 

In the afternoon I went by train to Coonoor, a small town south of Ooty. The climate here at 1880 m is much more pleasant than in Ooty, which is located at 2250 m and pretty cold. I found a nice hostel where I arranged a yoga course for 4 days in total. Today in the morning I did a tour around Coonoor to some view points and a tea factory. Unfortunately it was rather foggy so I think I’ll just repeat the trip in a couple of days. Most of the time I could only guess what the views are like when the air is clear but I very much enjoyed touring through the mountains nevertheless. After seeing all the tea plantations and trying some tea on the way, I visited a tea factory to see how the tea is actually produced. Have a look at the photos to get an idea of it. By the way, on the final picture you see my lunch today, it’s a typical South Indian “tali”, consisting of rice, sambal and curry.

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Was fuer eine tolle Landschaft! Wenn es nicht ganz so bewoelkt waere, koennte man die Aussicht richtig geniessen. Aber da ich ja noch einige Tage hier sein werde, habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es doch noch ein bisschen sonniger wird. Gestern besuchte ich ein kleines Dorf in der Naehe von Ooty, wo der Stamm der Toda lebt. Auf dem Weg dorthin traf ich auf einen netten Jungen, der mir sein Dorf zeigte und dabei den Glauben, die Riten und Tempel der Toda erklaerte. Er nahm mich sogar mit zu sich nach Hause und zeigte mir einige handgewebte Stoffe und traditionellen Kleider (auf einem der Bilder koennt ihr mich mit einem langen Schal sehen, der nur fuer besondere Anlaesse getragen wird). Die Familie bot mir an Toda Essen zu probieren, was vor allem aus Milchprodukten von Bueffeln besteht. Sie brachten mir (Bueffel-)Milchreis, der anscheinend nur Gaesten serviert wird und nicht auf dem normalen Speiseplan steht. Nach dem Essen wanderten wir durch den Wald zu einem See, wo wir auf Bekannte der Familie trafen, die Pferde hatten. Natuerlich nutzte ich gleich die Gelegenheit fuer einen kleinen Ritt um den See 🙂 

Am Nachmittag fuhr ich mit einer kleinen Eisenbahn (genannt “Spielzeugeisenbahn”) nach Coonoor, suedlich von Ooty. Das Klima hier auf 1880 m ist viel angenehmer als in dem kalten Ooty in 2250 m Hoehe. In meiner Unterkunft habe ich gleich mal einen 4-taegigen Yogakurs gebucht, der nicht nur guenstig ist, sondern sogar auf dem Balkon des Hotels durchgefuehrt wird. Heute Morgen machte ich eine kleine Tour rund um Coonoor zu einigen Aussichtspunkten und einer Teefabrik. Leider war es ziemlich neblig, also werde ich die Tour vielleicht in einigen Tagen wiederholen. Die meiste Zeit konnte ich nur erahnen wie der Ausblick bei klaren Sichtverhaeltnissen sein wuerde, aber den Ausflug habe ich trotz allem sehr genossen. Nachdem ich an all den Teeplantagen  vorbei gekommen bin und unterwegs auch Tee probiert hatte, besuchte ich noch eine Teefabrik, um zu sehen wie genau die Teeherstellung ablaeuft. Werft doch einfach mal einen Blick auf die Fotos, um einen kleinen Eindruck zu bekommen. Uebrigens seht ihr auf dem letzten Bild mein heutiges Mittagessen: ein typisch Suedindisches “tali” Gericht, bestehend aus Reis, Sambal und Curry. 

 

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From Bangalore To Ooty – Von Bangalore Nach Ooty

August 18, 2006 at 8:55 pm (Uncategorized)

It’s high time to give you another travel update… The last couple of days I spent in Bangalore on the campus of the Institute for Social and Economic Change. I had the opportunity to talk to some professors and researchers as well as PhD students. I even attended some of the PhD classes on research methodology and economics, but unfortunately they were not really at the level I expected them to be. I found it especially strange that every lecture was finished with a moral message… Anyways, I had a good time on the campus because there were many nice people around, it was quiet and surrounded by a park – finally a place where I could concentrate.

However, after a couple of days I had the feeling I needed to get out of the city. It felt a bit like in a prison, encircled by noise, traffic and pollution. So I decided to go to Mysore, which is a reatively small town south-west of Bangalore. It’s main attraction is the palace, which is surrounded by four beautiful Hindu temples. Taking pictures inside such historical buildings is usually prohibited, but at least you can get an impression of what it is like from outside (see newly uploaded folders under the link provided earlier).

Today I went to Ooty, which is the first of the three hill stations in the Nilgiris Mountains in the Western Ghats. The route of 150 km took us four long hours by bus, but the views were absolutely stunning! I’ve been rubbing my nose against the window to make sure not to miss a single tree or animal on the way… Right next to the street I saw monkeys, dear, elephants, wild boars – it was really amazing. It seems I’ve reached the destination I’ve been waiting for so long 🙂 Of course, I’ll stay here for the next couple of days… Internet cafes are rare round here, so don’t worry if I don’t write for some time, I’m sure I’ll be fine 🙂

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Es wird hoechste Zeit, dass ich euch mal wieder auf den neusten Stand meiner Reiseaktivitaeten bringe. Die letzten Tage habe ich in Bangalore auf dem Campus des “Instituts fuer Sozialen und Wirtschaftlichen Wandel” (ISEC) verbracht. Dort hatte ich Gelegenheit, mit Professoren, Forschern und PhD Studenten zu sprechen und sogar einige PhD Vorlesungen zu besuchen (die allerdings nicht ganz meinen Erwartungen entsprachen). Vor allem fand ich es eigenartig, dass jede Vorlesung mit einer Art Moralpredigt beendet wurde… Trotzdem habe ich mich sehr wohlgefuehlt auf dem Campus, vor allem wegen der netten Leute und des Parks, der das Anwesen vom Laerm und der Hektik der Stadt schuetzte – endlich mal ein Ort, an dem man sich konzentrieren konnte.

Allerdings hatte ich nach ein paar Tagen das Gefuehl, dass ich einfach mal raus muesste aus der Stadt. Ich kam mir fast ein bisschen wie im Gefaengnis vor, umzingelt von Strassenlaerm, Abgasen und chaotischem Verkehr. Also beschloss ich, mich auf den Weg nach Mysore zu begeben, einer kleinen Stadt sued-westich von Bangalore gelegen. Die Hauptattraktion ist der Palast, welcher von vier eindrucksvollen Tempeln umgeben wird. Leider darf man innerhalb solcher historischer Bauten keine Fotos machen, aber zumindest duerften euch die Bilder von der Aussenfassade des Palasts einen kleinen Eindruck geben (zu finden unter dem bekannten Link).

Gestern fuhr ich dann mit dem Bus nach Ooty, welches sich in den Nilgiris Bergen in den Western Ghats befindet. Die Berge werden uebrigens auch als “Blaue Berge” bezeichnet, und ich habe mich schon gefragt ob das Lied “Von den blauen Bergen kommen wir” irgendetwas mit dieser Landschaft zu tun hat… Es ist einfach traumhaft hier – auf der Busfahrt habe ich die ganze Zeit meine Nase gegen die Fensterscheibe gepresst, um auch ja keinen Baum und kein Tier zu verpassen. Unterwegs sah ich, gleich am Wegesrand, Affen, Rehe, Wildschweine, Hirsche und sogar Elefanten… Die hupenden Autos, Motorraeder und Busse schienen die Tiere kaum gestoert zu haben. Jedenfalls ist es wunderschoen hier, genau das worauf ich die ganze Zeit gewartet habe 🙂 Die naechsten Tage werde ich also hier verbringen, ich habe auch schon jemanden gefunden, der mir ein bisschen die Gegend zeigt. Internetcafes machen sich etwas rar hier, also macht euch keine Sorgen wenn ich mich nicht regelmaessig melde. Bis auf eine kleine Erkaeltung durch die kalte Luft hier (teilweise 0 Grad nachts) geht’s mir wirklich gut 🙂

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Warangal

August 11, 2006 at 1:25 pm (Uncategorized)

Again I am amazed how well things worked out for me. The MARI organisation had drafted a full two-days programme for me and really paid for everything… They didn’t even want to have the money I offered them to cover parts of the expenses, they argued that since I was a student they wanted to support me… That’s more support than I receive from institutions at home…The first night I stayed in a luxurious hotel – luxurious meaning that it had air conditioning, towels and lukewarm water not only in the morning but all day long. Next morning the programme started at 7.30 (yes, Indians like getting up early), I’ve been picked up by MARI and we went to some villages around Warangal. I had the chance to see several tanks, which are earthen structures that fill up with rain water during the monsoon time. They are the most important way to use surface water as opposed to tube wells or bore wells which use ground water resources only. From the tanks there are channels that provide the adjacent fields (mostly paddy) with water in the dry season.

In recent decades, tank management has been neglected by the communities because wells were built easily and required less labour. As a result of this development, the feeder channels that provide the tank with water as well as the tank itself has been clogged up with silt. Nowadays, non-governmental organisations such as MARI try to restore and rejuvenate the indigenous tank technology to prevent a total depletion of ground water resources.

I had the chance to talk to the villagers, especially the leaders of the different community-based institutions in which farmers, fishermen, washermen and other interest groups are organised. I asked them about their experiences with the MARI programmes, their daily works, cropping patterns, water shortage problems, experiences with government support and migration to the cities. By and large, they all seemed to be pleased with the community participation, but I had the impression that the male, more prosperous members of the village (“prosperous” compared to their undernourished fellows) really had a say in the decision making process. I was the only female participant in the discussion, women and children were listeners at most or just curiously observed what was going on. After all, many of the locals had never seen a white person before. When I visited a village school, even the teacher asked: “How can she be so white?”

The biggest problem during the discussions was the communication with the people. Most of the times, I needed programme coordinator from MARI for translating into English. Locally, people speak their own languages, and English seems to be the language the more educated people use. Not even Hindi is spoken everywhere, even though both languages are official languages in India. It really was a pity that I could not understand what they said exactly because sometimes a huge discussion ensued about financial problems and about how decisions are made in community. Unfortunately, the MARI people weren’t willing to translate every sentence for me. But at least I got somewhat of a taste about the main issues and difficulties the locals are facing… In the evening, we visited a beautiful Hinduist temple, which was inhabited by dozens of monkeys.

Over night I wasn’t staying in the hotel anymore but I’ve been invited by one of the MARI workers to stay with his family. That was a very interesting evening because I had the opportunity to spend some time with his children and I could experience Indian family life by first hand 🙂 It would take up too much time to write down all the details, but one incident I would like to share with you. After finishing my meal, I went into my room to get a hanky because the food was really spicy. Apparently, Indians never experience this burning sensation and a running nose after a spicy meal, so they looked quite puzzled and were wondering where I was going. The mother even came running after me to check if I was fine… Yes, they were really worried 🙂

The next day we went to three more villages where tank desiltation, organic farming and non-pesticides management has been practised. We also visited the MARI field offices where projects are coordinated and people are trained. It was especially interesting to learn about all the indigenous techniques for increasing soil fertility, protecting plants from pests and ensuring high yields. Strategies to reduce the water consumption of paddy cultivation for example are not only significant for India, but for Asia as a whole because rice consumes 75 % of the water used in agriculture, and agriculture itself accounts for 85 % of the total water used.

I was particularly happy to get in contact with some villagers and to learn about their culture and traditions. One of the women even gave me some of her jewellery and insited on taking some pictures. Other people came to me and gave me a bracelet because that day the “full moon” festival was celebrated. And of course I got a red dot between my eye brows since this is the place where God is located according to the Hinduist believe. In the evening we visited a temple of the Hinduist goddess Menadevi which is said to give energy to her devotees…

I guess energy is something I really need because so many things have been happening during the last couple of days that it is almost impossible to write down all of them. Yesterday, for instance, I have been spontaneously invited to attend a meeting of the Expert Group of the Drought Adaptation Initiative. I was already back in Hyderabad and went to the WASSAN office, another non-governmental organisation located here. They took me with them to the meeting, where other NGOs, researchers, government representatives and even the World Bank participated in. It is difficult to keep track of all the new information I am confronted with on a daily basis, but so far I am managing the situation quite well I think. On paper at least, I completed my internship report. Now I need to work on it on a computer, but that’s no problem because WASSAN was so kind to let me use their facilities here.

Yes, I am taken good care of indeed… especially because I am staying now in a Christian generalate where three nuns constantly keep an eye on me. They prepare food for me, ask when I will be back, bring tea to my room, and are always worried about my well-being. Really sweet 🙂

Latest pictures are to be found at http://service.gmx.net/mc/EPAz8jqpIy3lzKYkMxPeWFvNfEyTMh
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Ich bin mal wieder mehr als ueberrascht, dass hier alles wie am Schnuerchen laeuft. Die MARI Organisation hatte ein komplettes, 2-taegiges Programm fuer mich zusammengestellt und sogar fuer alles die Kosten uebernommen. Sie wollten nicht einmal das Geld, was ich ihnen anbot um zumindest einen Teil der Ausgaben abzudecken. Sie meinten, dass ich ja schliesslich noch Studentin sei und sie mich deshalb unterstuetzen wollten… Das ist mehr Foerderung als ich in heimatlichen Gefilden erhalte…

Die erste Nacht habe ich in einem luxurioesen Hotel verbracht – wobei “luxurioes” bedeutet, dass das Zimmer mit Klimaanlage und Handtuechern ausgestattet war und man den ganzen Tag warmes Wasser hatte. Am naechsten Morgen wurde ich halb acht von MARI abgeholt (ja, Inder stehen morgens generell sehr frueh auf) und wir fuhren dann zu verschiedenen Ortschaften in der Gegend von Warangal. Dort besuchte ich verschiedene “tanks” oder “Wasserbecken”, welche mit Regen aufgefuellt werden waehrend der Monsun-Zeit. Die Nutzung dieser Wasserbecken stellt die wichtigste Methode dar, Oberflaechenwasser fuer die Landwirtschaft bereitzustellen und so Grundwasser Reserven zu schonen, die durch den Bau von zahlreichen tiefen Brunnen bereits stark geschrumpft sind. Von den Wasserbecken ausgehend werden die umliegenden Felder (meist Reis) dann mit Wasser versorgt.

In den letzten Jahrzehnten wurde diese Art der Bewaesserung jedoch sehr vernachlaessigt, da Brunnen weniger Instandhaltungsarbeit benoetigen und die Besitzverhaeltnisse eindeutiger sind. Durch diesen Trend wurden die Zuflusskanaele und die Wasserbecken immer mehr durch Schlick verstopft, und nun versuchen Organisationen wie MARI die traditionelle Nutzung der Becken wieder aufleben zu lassen und dabei die lokale Bevoelkerung an der Reinigung und Instandhaltung zu beteiligen.

Ich hatte Gelegenheit, mich mit einigen Dorfbewohnern zu unterhalten, vor allem mit den Anfuehrern der verschiedenen oertlichen Institutionen, welche die Interessen der Landwirte, Fischer, Waschfrauen usw. vertreten. Ich fragte sie nach ihren Erfahrungen mit den MARI Projekten, ihrer taeglichen Arbeit, nach den angebauten Sorten, Problemen mit der Wasserknappheit, Erfahrungen mit Programmen der Regierung und Landflucht Problemen. Im Grossen und Ganzen schienen alle recht zufrieden zu sein mit der Art und Weise, wie sie an Projekten teilnehmen und mitwirken koennen. Allerdings hatte ich auch den Eindruck, dass hauptsaechlich Maenner und vor allem die etwas wohlhabenderen Bewohner (“wohlhabend” im Vergleich zu der groesstenteils unterernaehrten Dorfbevoelkerung) wirklich etwas bei den Entscheidungen zu sagen haben. Ich war die einzige weibliche Teilnehmerin in der Diskussionsrunde, generell waren Frauen und Kinder allenfalls Zuhoerer oder beobachteten nur neugierig, was vor sich ging. Immerhin war ich fuer viele Leute dort die erste weisse Person, die sie vor sich stehen hatten. Als ich eine oertliche Schule besuchte, hat sogar der Lehrer einen der MARI Mitarbeiter gefragt, wie es denn bloss kommt dass ich solch eine weisse Haut habe.

Das groesste Problem waehrend der Diskussionen war eigentlich die Verstaendigung. Meistens brauchte ich einen der MARI Leute, um fuer mich ins Englische zu uebersetzen, was die Leute auf meine Fragen antworteten. Obwohl Englisch und Hindi die offiziellen Landessprachen sind, wird regional nur die jeweilige lokale Sprache gesprochen. Hauptsaechlich in der etwas gebildeteren Schicht findet man Leute, die auch Englisch sprechen koennen. Ich fand es wirklich schade, dass ich nicht verstehen konnte, was sie genau redeten, denn manchmal wurde lautstark ueber finanzielle Engpaesse oder bestimmte Entscheidungen debattiert. Leider wollte mir mein MARI Begleiter auch nicht jeden Satz uebersetzen. Doch zumindest bekam ich einen Eindruck von den lokalen Problemen und Schwierigkeiten, mit denen die Leute zu kaempfen haben… Am Abend besuchten wir dann noch einen Hinduistischen Tempel, der von Duzenden von Affen bevoelkert wurde.

Die Nacht blieb ich nicht im Hotel, sondern wurde von einem der MARI Mitarbeiter zu sich nach Hause eingeladen. So hatte ich Gelegenheit, etwas Zeit mit seinen Kindern zu verbringen und das Indische Familienleben live zu erleben 🙂 Es wuerde zu lange dauern, jede Einzelheit wiederzugeben, doch eine Sache wuerde ich gern erzaehlen. Als ich mit dem Essen fertig war, ging ich in mein Zimmer um ein Taschentuch zu holen, da das Essen so scharf gewuerzt war. Offensichtlich kennen die Inder dieses brennende Gefuehl im Mund, das von einer laufenden Nase begleitet wird, ueberhaupt nicht, denn sie haben mich nur verwirrt und besorgt angeschaut als ich so ploetzlich vom Essen aufstand. Die Mutter kam mir sogar nachgelaufen um sicher zu gehen, dass ich wirklich in Ordnung war. Einfach ruehrend diese Fuersorge 🙂

Am naechsten Tag besuchte ich drei weitere Doerfer, wo Wasserbecken Reinigungen, biologische Landwirtschaft und Verzicht auf Pestizide praktiziert worden sind. Wir fuhren auch zu den lokalen Bueros von MARI, von wo aus solche Projekte koordiniert und in denen Leute auch ausgebildet werden. Es war vor allem interessant, die verschiedenen traditionellen Verfahren kennenzulernen, die zur Steigerung der Fruchtbarkeit der Boeden, dem Pflanzenschutz und der Sicherung einer reichen Ernte dienen. Es gibt zum Beispiel eine Methode, die den Wasserverbrauch beim Reisanbau drastisch verringert, was nicht nur fuer Indien, sondern fuer viele Asiatische Laender von grosser Bedeutung ist. Reis beansprucht 75 % des Wassers, das in der Landwirtschaft genutzt wird, und die Landwirtschaft selbst verursacht 85 % des gesamten Wasserverbrauchs.

Ich war vor allem erfreut darueber, dass ich so viel Kontakt mit der einheimischen Bevoelkerung hatte und viel ueber ihre Kultur und Braeuche lernen durfte. Eine der Frauen haengte mir sogar einige ihrer Silberketten um den Hals und bestand darauf, ein Foto mit mir zu machen. Andere Leute kamen zu mir, um mir ein Armband umzubinden, da gerade das “Vollmond” Fest gefeiert wurde. Und natuerlich bekam ich auch den obligatorischen roten Punkt auf die Stirn gemalt, den nach Hinduistischem Glauben ist dort der Sitz Gottes. Am Abend besuchten wir einen Tempel der Hinduistischen Goettin Menadevi, die einem angeblich Energie verleihen soll…

Wahrscheinlich sind Energie und Ausdauer das, was ich wirklich am noetigsten habe im Moment. Es ist so viel passiert in den letzten Tagen, dass es fast unmoeglich ist alles aufzuschreiben. Gestern zum Beispiel wurde ich spontan zu einem Treffen der Experten Gruppe der Initiative fuer Duerremassnahmen eingeladen. Ich war bereits wieder in Hyderabad angelangt und arbeitete gerade im WASSAN Buero (eine weitere Organisation, die hier ihren Sitz hat). Sie nahmen mich einfach mit zu der Besprechung, an der Regierungsvertreter, andere Organisationen, Forscher und sogar Mitarbeiter der Weltbank teilnahmen. Es ist gar nicht so leicht, bei so vielen neuen Informationen den Ueberblick zu behalten, aber so weit gelingt mir das ganz gut. Auf dem Papier habe ich meinen Praktikumsreport bereits vervollstaendigt, nun muss ich ihn nur noch am Computer bearbeiten. WASSAN laesst mich freundlicherweise das Internet nutzen im Buero, sodass ich nun auch Gelegenheit habe, meine Reiseberichte und Fotos zu veroeffentlichen.

Ihr seht also, man kuemmert sich wirklich sehr gut um mich… besonders da ich nun auch in einer Christlichen Ordensgemeinschaft untergebracht bin, wo sich drei Nonnen staendig um mein Wohlbefinden sorgen. Sie kochen fuer mich, fragen mich wohin ich gehe und um welche Uhrzeit ich zurueck bin, sie bringen mir Tee aufs Zimmer und erkundigen sich im Stundentakt, ob auch alles in Ordnung ist mit mir. Ich bin also wirklich in guten (Gottes) Haenden 😉

Die neusten Fotos findet ihr unter http://service.gmx.net/mc/EPAz8jqpIy3lzKYkMxPeWFvNfEyTMh

 

 

 

 

 

 

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Rainy Days – Regentage

August 5, 2006 at 2:51 pm (Uncategorized)

Why the heck didn’t I take an umbrella along? I knew it would be monsoon time but unfortunately I only took a poncho with me. It is basically raining non-stop, at least here in the area of Hyderabad. There’s no chance to visit the surrounding areas and fortifications, the traffic jams and flooded streets turn travelling larger distances into a real challenge.

When I came back from the conference campus to Hyderabad this morning, I was lucky that a woman took me along in her car. She was American but has been living in India for several years now. I was totally flubberghasted when she gave me 1000 Rupees (something around 20 Euros) as “a sign of friendship”, she said. I’m not sure if such gifts are maybe common in India, but from the Muslim girl in Bangalore I got a silver ring, which she had probably paid quite a lot for. She also told me that it was meant as a sign for our friendship… It’s just amazing.

Until Monday afternoon I am staying in Hyderabad and meeting some people from an organisation that also works on water management. On Monday I am leaving for Warangal, a city about 140 km north of Hyderabad. I am picked up by people from another organisation whose project sites I am going to visit in the area. They have set up a neat programme for me and they even offered to pay for accommodation and food. This has all been possible thanks to the kind help of some participants of the conference who took good care of me.

I hope that Warangal will be a bit more relaxed than the cities I have visited so far. It’s quite exhausting to find my way through the city in the midst of traffic jams, honking cars, staring passengers and perilious rickshaw drivers. On top of all, it is raining constantly and taking pictures is hardly possible. Hopefully, that’ll change soon.

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Warum nur habe ich keinen Regenschirm eingepackt? Obwohl ich eigentlich wusste, dass Monsunzeit ist, habe ich lediglich an meinen Regenponcho gedacht. Hier in der Gegend um Hyderabad regnet es quasi non-stop und die Strassen sind teilweise kaum passierbar durch die Ueberschwemmungen. Dazu kommt noch der immense Verkehr in der Stadt, wodurch es schwierig wird, laengere Strecken zurueckzulegen.

Heute Morgen bin ich von dem Konferenz-Campus zurueck nach Hyderabad gefahren. Gluecklicherweise hat mich eine Frau mit dem Auto mitgenommen, sonst waere ich von dem Regen wohl voellig durchnaesst worden. Sie war Amerikanerin und lebt nun schon seit einigen Jahren in Indien. Ich war ganz ueberrascht, als sie mir ploetzlich 1000 Rupien in die Hand drueckte (umgerechnet etwa 20 Euro), als “Zeichen der Freundschaft”, meinte sie. Ich weiss nicht, inwieweit solche Geschenke ueblich sind in Indien, aber schon von dem Muslimischen Maedel in Bangalore habe ich einen echten Silberring geschenkt bekommen. Einfach unglaublich.

Bis Montag Nachmittag bleibe ich noch in Hyderabad und treffe mich mit ein paar Leuten von Organisationen, die auch im Bereich Wassermanagement arbeiten. Am Montag reise ich dann nach Warangal, eine Stadt etwa 140 km noerdlich von Hyderabad. Dort werde ich von Mitarbeitern einer anderen Organisation abgeholt und zu einigen Projekten gefuehrt. Sie haben ein richtiges Programm fuer mich aufgestellt und kommen sogar fuer Unterkunft und Verpflegung auf. Das alles war durch die ausserordentliche Hilfsbereitschaft einiger Konferenzteilnehmer moeglich, die sich wirklich ser um mich gekuemmert haben.

Ich hoffe, dass es in Warangal etwas entspannter zugeht als in den Staedten, die ich bisher besuchte. Es ist schon sehr anstrengend, sich seinen Weg durch die Stadt zu suchen – inmitten von Staus, hupenden Autos, starrenden Fussgaengern und gefaehrlichen Rickshawfahrern. Dazu kommt der staendige Regen, wodurch fotografieren kaum moeglich ist. Hoffentlich wird sich das bald aendern…

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Hyderabad Conference – Konferenz in Hyderabad

August 3, 2006 at 10:14 pm (Uncategorized)

As promised, I used my short time in Bangalore to explore the city a bit more. The first lesson I had to learn was going by Ricksha without being too scared to lose my life on the way to my destination. The second lesson I learned was that the “culture shock” book about India is rather outdated. I met an extremely kind Muslim girl called Tabbs, which is the short version of “smile” in Hindi. She showed me around town, we had a coffee together and I invited her for lunch. Again and again, I am astonished how hospitable, open and friendly people are here! Not only did she invite me over to her place and to her birthday party in two weeks, she also taught me a couple of words Hindi and answered all my questions about the caste system and marriages. And of course, I had a lot of questions, especially because I had read so much about it in several books.

Despite being Muslim, caste membership is still an issue for her when she wants to get married. In fact, she has a boy-friend from another caste and although their parents do not exactly endorse the relationship, they will marry nevertheless. The mere fact that she has a boy-friend without being married is actually rather unusual – at least according to several books about Indian culture. Once more, it becomes clear how fast things are changing, particularly in the cities. Indeed, we had very interesting discussions and a great afternoon 🙂 I’m gonna meet her again back in Bangalore to get to know the city a bit better. She also said she would dress me up like an Indian woman, with a sari and everything, and then we would take some pictures… can’t wait 😉

After a very comfortable train ride with excellent Indian food (as usual), I arrived in Hyderabad this morning. Since the train was late, the conference about watermanagement had already started when I came. All the experts were presenting their papers, and although I had some difficulties in understanding the Indian accent, it wasn’t too hard to follow. My preparation of the topic wasn’t too bad and I had the chance to ask many questions in the breaks. The people were really kind to me, and everyone whom I had contacted beforehand welcomed me wholeheartedly. In addition to being spoiled with delicious food and a noble appartment, I had a very interesting day with plenty of discussions and loads of new information. Just perfect 🙂

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Wie versprochen habe ich gestern die Zeit in Bangalore genutzt, um mich mit der Stadt vertraut zu machen. Die erste Lektion, die ich zu lernen hatte, war Ricksha fahren und die Todesangst unter Kontrolle zu bringen. Der Trick dabei ist, das ohrenbetaeubende Hupen und unaufhoerliche Draengeln, Gasgeben und Bremsen der Fahrer als eine Art Achterbahnspass zu betrachten… mit dem ganz besonderen Adrenalinkick 😉

Die zweite Lektion fuer mich war, alles zu vergessen was ich ueber das strenge Indische Kastenwesen aus Buechern gelernt hatte. Ich habe naemlich ein ueberaus nettes Muslimisches Maedel kennengelernt, die mich fuer den Rest des Nachmittages durch die Stadt fuehrte und wohlwollend all meine Fragen beantwortete. Dabei lernte ich, dass auch Muslime auf die Kastenzugehoerigkeit achten, dass es nicht ungewoehnlich ist, vor der Heirat schon einen Freund zu haben und dass Liebesheiraten auch ueber Kastengrenzen hinweg immer ueblicher werden… zumindest in den Staedten. Ausserdem brachte sie mir einige Brocken Hindi bei und lud mich zu ihrem Geburtstag in zwei Wochen ein. Die Gastfreundschaft der Inder ist immer wieder verblueffend! Sie meinte sogar, sie wolle mich unbedingt wie eine Inderin kleiden, mit Sari und allem drum und dran, was dann natuerlich auf Fotos festgehalten wird… bin ja mal gespannt was das wird 🙂

Nach einer ueberaus bequemen Zugfahrt mit leckerem Indischen Essen (ja, sogar das Zug- und Flugzeugessen schmeckt besser als beim Deutschen Inder!) kam ich also heute Morgen in Hyderabad an. Da es der Zug mit der Puenktlichkeit mal wieder nicht ganz genau nahm, war ich zu der Konferenz ueber nachhaltiges Wassermanagement natuerlich zu spaet. Trotzdem wurde ich herzlich willkommen geheissen, bekam ein aeusserst luxuroeses Appartment und wurde persoenlich zu den Konferenzraeumen gefuehrt. Die Wissenschaftler, die aus ganz Indien zusammengekommen sind, stellten alle ihre Forschungsergebnisse und Artikel vor, um ueber verschiedene Loesungen fuer das Problem der Wasserknappheit zu diskutieren. In den Pausen hatte ich hatte Gelegenheit, meine Fragen loszuwerden, und lernte gleich noch neue Leute kennen. Meine Vorbereitung war doch eigentlich ganz in Ordnung, sodass ich inhaltlich gut folgen konnte – auch wenn das Thema nicht gerade zu meinen Studieninhalten gehoert 🙂 Der Tag endete mit einem schmackhaften Essen in gemuetlicher Gespraechsrunde… was will man mehr!

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